Auf Reisen Vorurteile abbauen – Meine Aha Erlebnisse

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Auf Reisen Vorurteile abbauen – Meine Aha Erlebnisse

“Reisen ist tödlich für Vorurteile”

Dieses Zitat ist sicherlich vielen bekannt und nicht neu. Schon viele Dichter und Denker zog es in die Welt hinaus um Neues zu entdecken und so entstand auch unter anderem dieses Zitat, welches sich für mich bewahrheitet hat.

In diesem Beitrag, für den mich die Blogparade von „Der Singgraph“ inspiriert hat, möchte ich über Vorurteile schreiben. Einige hatte ich selbst und musste sie erst durch das Reisen abbauen. Andere wiederum kommen aus dem Bekanntenkreis.

Mein Vorurteil über China

Auf unserer Asienreise wollte ich China eigentlich komplett auslassen. China hat mich als Land überhaupt nicht gereizt. „Da gibt es doch gar nichts spannendes zu sehen und überhaupt ist Beijing sicherlich eine laute, dreckige Stadt, sehr unemotional und kalt. Ich möchte lieber in die Natur.” – Das war mein Gedanke.

„Eine Reise nach China? Da gibt es doch nur Wolkenkratzer, Smog und Lärm.“

Meine damaliger Freund bestand darauf nach China zu fahren und so ließ ich mich überreden. In Beijing angekommen übernachteten wir in der Altstadt der Hauptstadt. In den Houtongs. Kleine enge Gassen, liebevoll gestaltete Häuser und freundliche Menschen. Ich war überrascht und fasziniert von der chinesischen Kultur schon am ersten Tag. Nach dem Aufstehen konnte ich es kaum erwarten die Stadt zu erkunden und so sahen wir schon um 6 Uhr zu, wie viele ältere Chinesen morgens gemeinsam auf der Straße Sport trieben und tanzten. Ich fand die Atmosphäre und die unzähligen Tempel so toll, dass wir die ganze Woche hier blieben.

beiging

Da war ja noch die Sache mit der Natur. Natur in China? Ich hatte nur die ganzen Fabriken im Kopf und Abwässer, die in die Flüsse geleitet werden. Umso mehr war ich überrascht, als wir mit dem Zug Beijing verließen. Grüne Landschaft, Berge, Reisterassen. Auch zu diesen Thema habe ich einen Reisebericht über eine Wanderung durch die Tigersprungschlucht für dich.

Ein Vorurteil über Indien von Anderen

„Männer in Indien sind aufdringlich und gefährlich.“

Die Schlagzeilen zu diesem Thema kennst Du sicher. Männer in Indien sollen ausländische Frauen anstarren, aufdringlich sein und sie sogar anfassen. Ich war letztes Jahr auf einer indischen Hochzeit und im Anschluss bin ich zwei Wochen durch Indien gereist. Ich habe das Gegenteil erlebt. Indische Männer haben mich nicht einmal angesehen. Auf der Hochzeit haben die Männer nur meine beiden männlichen Begleiter mit Handschlag begrüßt und mich komplett ignoriert.

Auf einer Hausboottour war ich mit zwei männlichen Begleitern drei Tage mit fünf indischen Männern zusammen, von denen ich auch ignoriert wurde. Kein Augenkontakt, keine Händeschütteln zu Begrüßung. Nichts. Das war auch komisch aber irgendwie auch witzig. So habe ich meine beiden Freunde alles regeln lassen und mich entspannt. Auch auf der Straße und am Strand wurde ich weder belästigt noch von jemanden angesprochen. Habe ich einfach nur Glück gehabt?

Wir dürfen nicht vergessen, dass uns unser Fernseher und SPON nur einen kleinen Auszug aus dem aktuellen Weltgeschehen zeigen. Die Informationen sind gefiltert. Ein Grund warum ich keinen TV mehr schaue.

Indien Reisebericht

Ein Vorurteil aus meinem Bekanntenkreis

“Reisen mit Kleinkind lohnt sich nicht. Das Kind wird sich später an nichts mehr erinnern können.”

Dieser Vorurteil wurde ganz schnell, schon nach unseren ersten Reise, ausradiert. In der Tat ist es so, dass Kinder schnell vergessen und sich nicht mehr an alle Einzelheiten erinnern können. Doch das Reisen prägt schon die Kleinsten unterbewusst. 

  • Mama und Papa sind auf Reisen viel entspannter und mit dem Kind den ganzen Tag zusammen. Das fördert die Eltern-Kind-Bindung.
  • Das Kind sammelt viele neue Eindrücke und lernt die ganze Zeit. Ein Kinderkopf ist wie ein Schwamm, der das Wissen nur so aufsaugt. Zuhause würde das Kleine den halben Tag im Haus sitzen, bei einem Spaziergang mit im Kinderwagen durch den Park geschoben werden und in einer Krabbelgruppe mit anderen Kindern die Zeit vertreiben. Was auch nett sein kann. Kinder brauchen Routine, was die regelmäßigen Mahlzeiten und Schlafenszeiten angeht. Wo? Das spielt kein Rolle.
  • Kinder die viel reisen lernen leichter. Denn die neuen Erlebnisse sind mit Emotionen verknüpft. Eine Reise hat so positive Wirkung auf das Gehirn der Kinder. Natürlich lernen Kinder in der Schule viel über die Welt. Das ist aber alles sehr theoretisch und steht in keinem Vergleich dazu, die Dinge vor Ort zu erleben, durch den Regenwald zu spazieren, Ebbe und Flut zu beobachten, Vulkane zu bestaunen und zu sehen wie Kinder in anderen Ländern wirklich leben. 

Und damit das Reisen bei deinem Kind möglichst lange in Erinnerung bleibt, habe ich hier einen Tipp für dich.

Surfen in Portugal

Ein Vorurteil, welches sich für mich bewahrheitet hat.

„Mit Reiseführer folgt man den Touristenpfanden.“

Dieses Vorurteil, das ich zum Thema Reiseführer habe, hat sich für mich bewahrheitet. Nicht unbedingt im negativen Sinne.

Als ist in Ghana unterwegs war, war ich überrasch, wie wenigen anderen Reisenden ich begegnet bin. Ich fühlte mich wie ein Abenteurer in einem unentdeckten Land. Nach einigen Tagen kam die Einsamkeit. Da schlug ich meinen Lonely Planet Reiseführer auf und ging in das erste Café welches ich im Buch finden konnte. Und da waren sie plötzlich alle wieder da. Das Café war voll Touristen aller Altersklassen aus den verschiedensten Ländern. 

Fernreise mit Kindern

Welche Vorurteile konntest Du durch das Reisen beseitigen? Ich freue mich über Kommentare.

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5 Responses

  1. Oli

    Hallo Alexandra,

    schön, dass du bei der Blogparade mitgemacht hast. Das freut mich sehr.

    Zu den Reiseführern: Ich sehe das wie du und denke, dass die Kunst beim Reiseführer darin besteht, ihn richtig zu lesen. Daran scheitert es nämlich häufig. Es stimmt schon, dass man mit ihnen die Trampelpfade findet, aber man findet eben auch immer wieder „Geheimtipps“.

    Ich hab mir zum Beispiel gerade den neuen Lonely Planet China angeschaut. Da sind ganz neu die Burgen von Südshanxi drin. Ich war im Frühling dort (noch bevor das Buch erschien) und stellte fest, dass das eine Gegend ist, die noch nicht einmal viele chinesische Touristen kennen.

    Bei meinem Besuch traf ich den Burgen teilweise nur vier oder fünf chinesische Besucher in einem halben Tag. Mag sein, dass der Tourismus mit der Erwähnung im LP etwas anzieht. (Ich habe in vier Tagen vor Ort keinen einzigen Ausländer gesehen. Es wäre also noch immer ein weiter Weg bis zum Überlaufensein).

    Ich bin nach wie vor überzeugt: Wenn du einen Reiseführer hast, kannst du die kleinen Perlen finden. Wenn du keinen hast, folgst du den einfach den Massen. Die einzige Ausnahme: Du kennst dich in einer Region bereits sehr gut aus.

    Deswegen würde ich aus meiner Erfahrung sagen: Mit Reiseführer kann man den Touristenpfaden folgen. Man kann sich aber damit auch meiden.

    Gruss,
    Oli

    • Levartworldblog

      Hallo Oli,
      genau so mache ich es auch immer. Wenn mir danach ist, schaue ich rein. Ansonsten lese ich auch viele Blogs und informiere mich so, über Orte, die ich sehen möchte. 🙂
      Was China angeht, war ich insgesamt nur etwa drei Wochen dort. Das Land ist so groß und die Entfernungen so weit, dass drei Wochen überhaupt nicht gereicht haben. China steht also noch immer auf meiner Must-See-Liste.
      VG
      Alexandra

      • Oli

        Hi Alexandra,
        China hat unglaublich viel zu bieten und ist – was bei der Grösse eigentlich nicht erstaunt – auch sehr vielfältig. Ich freue mich, dass es dir gefallen hat und natürlich, dass du in dem Fall bei mir in Zukunft weiterhin mitlesen wirst… 🙂
        Gutes Neues,
        Oli

        • Levartworldblog

          Hi Oli, das werde ich auf jeden Fall! 🙂
          LG Alexandra

  2. Ulrike

    Hallo Alexandra, hatte noch gar nicht richtig registriert, dass du mich verlinkt hast. Herzlichen Dank dafür!
    Ich finde Reiseführer immer ganz interessant. Sehenswürdigkeiten, die in einem Reiseführer beschrieben werden, sind genau das: sehenswürdig. Ich bin der Meinung, dass man ein Land nur kennen lernen kann, indem man auch die berühmten Sehenswürdigkeiten besucht. Was wäre Peking zum Beispiel ohne die Verbotene Stadt?
    Auch das Wandern abseits der Touristenpfade schafft neue Wege. Aus Pfaden werden Straßen. Ich war Ende August in den von Oli genannten Orten in Shanxi. Richt: ich habe nicht sehr viele ausländische Touristen gesehen, Aber chinesische Touristen gab es viele. Und beim Anblick der großzügigen Parkplätze ist mit noch mehr Touris dort zu rechnen. Aber die Dörfer und Burgen sind trotzdem sehenswert.
    Liebe Grüße
    Ulrike

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