Mit der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau nach Peking mit Kind – Dauer, Strecke, Preise

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Mit der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau nach Peking mit Kind – Dauer, Strecke, Preise

Kurz vor der Einschulung, bevor der “Ernst des Lebens” für meinen Sohn begann, beschlossen wir uns eine kleine Auszeit zu gönnen und durch Asien zu reisen. Wir starten mit der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau nach Peking. Wir reisen durch China und fliegen anschließend nach Thailand. Dann geht die Reise weiter nach Malaysia und Indonesien.

In diesem Reisebericht erfährst Du, welche Stationen wir mit der Transsibirischen Eisenbahn angefahren haben, wo wir die Tickets für die Bahn gekauft haben und wie teuer so eine Reise mit der Bahn ist.

Schon lange träumte ich davon mit der Transsibirischen Eisenbahn zu reisen. Im Sommer 2012 ist es endlich so weit. Wir wollen raus und die Welt sehen und beschließen ein Monat vor Abfahrt alles hinzuschmeißen und unseren Traum zu leben. Auch wenn es nur drei Monate sind.

Wir starten in unser Abenteuer mit der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau nach Peking. 80000 Kilometer, 10 Zeitzonen und 3 Ländergrenzen liegen vor uns.

Transsibirische Eisenbahn mit Kind: Moskau - Peking, Dauer, Strecke, Preise - Familienreiseblog
Sonnenaufgang kurz vor der Abfahrt

Transsibirische Eisenbahn Erfahrungsbericht: Unsere Stationen auf der Strecke Moskau – Peking

Unsere ersten Fahrkarten für die Transsib kaufen wir einen Tag vor der Abfahrt am Bahnhof in Moskau.

Die Schlange an unserer ersten Station war kurz. Trotzdem dauert es über eine Stunde gedauert, bis wir dran kommen. Englisch konnten die Ticketverkäufer leider nicht.

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Ticketschalter im Bahnhof in Moskau

Transsibirische Eisenbahn mit Kind: Moskau

Die ersten vier Tage unserer Reise verbringen wir in Moskau. Wir schauen uns alle großen Sehenswürdigkeiten an, die die Weltmetropole zu bieten hat.

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Prachtvolle Orthodoxe Kirchen mit goldenen Kuppeln, den Roten Platz, die Basilius-Kathedrale, den Kreml und die vielen Parkanlagen.

Moskau ist im Sommer einfach traumhaft schön und ein toller Ort für einen kurzen Urlaub mit Kind. Die Infrastruktur ist sehr gut. Mit der U-Bahn kommt man schnell von A nach B. Wer gerne Shoppen geht, kommt in Moskau nicht zu kurz. Das berühmte Kaufhaus GUM bietet alles, was das Konsumenten-Herz begehrt. Auch für Kinder hat Moskau viel zu bieten. Hinter jedem Häuserblock versteckt sich ein öffentlicher Spielplatz.

Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau nach Omsk

Nach vier Tagen voller Sightseeing in Moskau geht unsere Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn endlich los. Im Lebensmittelmarkt kaufen wir Müsli, Suppen, Obst und Getränke für die Fahrt. Das nächste Ziel ist Omsk. Wir beziehen unser Zugabteil und lernen ein nettes Pärchen aus England kennen, die das Abteil mit uns teilten. Die Wagenschaffnerin verteilt frische Bettwäsche und der Zug setzt sich langsam in Bewegung.

Die Fahrt von Moskau nach Omsk dauert zwei Tage. Wir spielten Gesellschaftsspiele, unterhalten uns mit anderen Reisenden und planen unsere Reise weiter. Erik lernt schnell andere Kinder kennen und ich bekomme ihn kaum zu sehen. Der Gang im Zug wird zur Rennstrecke für seine Autos umfunktioniert.

Transsibirische Eisenbahn mit Kind: Die Industriestadt Omsk

Die Zeit vergeht wie im Flug. Spät abends kommen wir in Omsk an, schnappen uns ein Taxi und fahren direkt zu unserem Hotel. Am nächsten Morgen erkunden wir die Stadt. In Omsk gibt es über 130 architektonische Denkmäler aus verschiedenen Epochen. Sehr interessant ist die Nikolaus-Kathedrale, die Eisenbahnakademie und das Musiktheater in Form einer Sprungschanze.

Roter Stern, Reisebericht Transsibirische Eisenbahn mit Kind
Roter Stern in Omsk

Wie alle russischen Städte ist auch Omsk sehr kinderfreundlich. Omsk hat einen Zirkus, viele Spielplätze, Parks und einen Fluss, in dem man im Sommer baden kann.

Omsk, Erfahrungsbericht Transsibirische Eisenbahn mit Kind
Tunnelarbeiter in Omsk

Transsibirische Eisenbahn mit Kind: Irkutsk und der Baikalsee

Zwei Tage später rollen wir weiter nach Irkutsk und zum Baikalsee. Auf der Insel Olchon, im tiefsten See der Welt, bleiben wir etwa fünf Tage. Das Leben auf der kleinen Insel inmitten des tiefen Sees ist sehr einfach. Dieses Reiseziel gehört trotzdem zu den Highlights in meinem Leben. Warum das so ist, kannst Du hier lesen.

Auf der Olchon Insel, Reisebericht Transsibirische Eisenbahn mit Kind
Auf der Olchon Insel

Als wir die Fahrkarten in Irkutsk für die Weiterfahrt in die Mongolei kaufen wollen, ist unser Zug leider schon voll. So bleibt uns nichts weiter übrig als einen Abstecher nach Ulan Ude zu machen und von hier aus den Zug nach Ulan Bator zu nehmen.

Baikal, Reisebericht Transsibirische Eisenbahn mit Kind, Russland
Baikal See
Irkutsk, Reisebericht Transsibirische Eisenbahn mit Kind
Holzhaus in Irkutsk

Transsibirische Eisenbahn mit Kind: Ulan Ude und Ulan Bator

In Ulan Ude verbringen wir einen Tag und erkunden auch hier die Stadt. Der Einfluss des Nachbarlandes Mongolei ist hier schon deutlich spürbar. Das Einzige, was uns an Russland erinnert, ist dieser gigantische Lenin Kopf, der auch der größte Kopf weltweit ist.

Lenin-Monument in Ulan Ude, Reisebericht Transsibirische Eisenbahn mit Kind
Lenin-Monument in Ulan Ude

Schon einen Tag später rollen wir weiter nach Ulan Bator, in die Mongolei.

Ulan Bator ist eine sehr interessante Stadt. Biergärten und deutsche Brauereien prägen das Stadtbild ein wenig. In den Supermarktregalen gibt es viele importierte Produkte von deutschen Billigketten wie Tipp und Spar. Ein ungewohnter Anblick so weit weg von Zuhause.

In der Mongolei bleiben wir zehn Tage. Drei mehr als geplant, denn auch für die Weiterfahrt nach Peking gibt es keine freien Plätze mehr im Zug. Ich nehme mir vor die Zugkarten für die Weiterfahrt direkt nach der Ankunft zu kaufen und nicht erst einen Tag vor der Anfahrt.

Die größten Füße von Buddha der Welt in Ulan Bator
Die größten Füße von Buddha der Welt in Ulan Bator

Transsibirische Eisenbahn mit Kind: Im Herzen der Mongolei – Terelj Nationalpark

Von Ulan Bator fahren wir mit dem Bus zum Terelj Nationalpark. Nicht weit von der Haltestelle im Park werden wir mit einem Ochsenkarren von Bernd abgeholt. Bernd ist ein ehemaliger Österreicher, der mit seiner mongolischen Frau ein Camp betreibt.

Wir beziehen unsere Jurte und schauen uns um. Nicht zu sehen. Gras, sanfte Hügel und ein paar Pferde. Hier bleiben wir fünf Tage. Was wir im Terelj Nationalpark in der Mongolei unternommen haben, kannst Du hier lesen.

Nach insgesamt 10 Tagen in der Mongolei reisen wir weiter nach China.

Nomaden Mongolei, Reisebericht Transsibirische Eisenbahn mit Kind, Erfahrungsbericht Reiseblog
Terelj Nationalpark

Transsibirische Eisenbahn mit Kind: Die drei Klassen im Zug

Die Züge in Russland, welche von Moskau nach Peking / Beijing verkehren, sind in drei Klassen unterteilt. Die günstigste, die dritte Klasse, ist im Grunde genommen ein Großraumwagen. Es befinden sich immer zwei bis drei Betten übereinander links und rechts. Es gibt keine Abteile also keine Türen.

In der zweiten Klasse hat man schon mehr Privatsphäre. Im abschließbaren Zugabteil gibt es vier Betten und einen Tisch. In jedem Wagon ist eine Toilette und Dusche zu finden.

zweite Klasse Abteil, Reisebericht Transsibirische Eisenbahn mit Kind
zweite Klasse Abteil

In der ersten Klasse gibt es nur zwei Betten pro Abteil. Zusätzlich auch ein Sessel und ein Bad mit Dusche, welches man sich mit seinem Nachbarn teilt.

Transsibirische Eisenbahn mit Kind: Essen und Trinken im Zug

In jedem Wagon gibt es einen Samovar. Das ist ein großer Wasserkocher der permanent Wasser erhitzt. So konnten wir uns immer heißen Tee oder Suppe zubereiten. Ein paar Mal am Tag geht die Schaffnerin mit frisch gebackenen Pirogen durch die Zugabteile.

In jedem Zug gibt es auch ein Boardbistro. Die Auswahl auf der Speisekarte ist nicht groß aber ausreichen. Zudem hält der Zug alle paar Stunden an Bahnhöfen. Wir gingen immer für einen kleinen Bummel auf den Bahnsteig. Hausfrauen verkaufen hier ihre selbstgebackenen Teigtaschen, geräucherten Fisch, Obst und andere Leckereien.

Essen im Zug, Reisebericht Transsibirische Eisenbahn mit Kind
Essen im Zug

Transsibirische Eisenbahn mit Kind: Die Kosten

Die Zugtickets kaufte ich immer an den Bahnhöfen, meistens direkt nach der Ankunft. Das ist deutlich günstiger aber auch mit etwas mehr Aufwand und Risiko verbunden. Auf der gesamten Reise von Moskau nach Peking standen wir insgesamt etwa sechs Stunden in der Schlange am Ticketschalter. An zwei Stationen, in Ulan Bator und Irkutsk, waren die Fahrkarten ausverkauft. Unsere Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn dauerte also etwa 3 Tage länger als geplant.

Für die gesamte Fahrt habe ich für die Fahrkarten, für meinen Sohn und mich, etwa 400 Euro bezahlt. 300 Euro für mich und 100 Euro für das Kind. Mein Sohn hatte meistens kein eigenes Bett im Zug. Wir haben uns eine Liege geteilt. Da wir beide recht klein sind, war das kein Problem. Wenn ein Bett nicht belegt war, hatte Erik seinen eigenen Schlafplatz.

Zum Vergleich: Seit 15.08.2015 gibt es ein 60 Tage gültiges Ticket für die Gesamtstrecke der Transsibirischen Eisenbahn. Das kostet etwa 800 € pro Person. Kinderpreise sind über Agenturen meist nicht zu bekommen.

Transsibirische Eisenbahn mit Kind: Und wie war das so mit Kind im Zug?

Insgesamt verbrachten wir etwa 10 Tage nur im Zug und ich würde es jederzeit wieder machen. Wir haben viele nette Menschen kennen gelernt und auch Erik hat schnell Zugang zu anderen Kindern gefunden. Die Zeit im Zug haben wir sehr genossen.  Wir hatten so ausreichen Zeit unsere Erlebnisse zu verarbeiten. Ich fand es super etwas Zeit nur für mich zu haben, einfach nur aus dem Fenster zu sehen und zu lesen. Mein Sohn Erik fand schnell Anschluss und spielte mit anderen Kindern.

Der Kontakt zu den Mitreisenden ist sehr spannend. Die Russische Mentalität ist eher gewöhnungsbedürftig. Ein Lächeln kommt den Russen nicht so schnell über die Lippen aber das darf man den Leuten nicht übel nehmen. Wir haben uns schnell daran gewöhnt. Wenn man sich längere Zeit mit einem Russen unterhält spürt man schnell, dass das Herz am rechten Fleck sitzt. Schnell wird auch mal der Wodka ausgepackt. Ein „Nein“ lassen die Russen nicht gelten. Mit Kind im Schlepptau machen sie aber gerne eine Ausnahme. Einige Russischkenntnisse sind definitiv sinnvoll.

Kindern in der Mongolei

Und so geht unsere Reise weiter

Nahezu alleine auf der Chinesischen Mauer in Badaling

Mongolei mit Kind: Wandern und Reiten im Gorkhi-Terelj National Park

Backpacking in China mit Kind – Wandern in der Tigersprungschlucht

10 Tage Bali mit Kind, Roller und Backpack

Auf der Schamaneninsel im Baikalsee – Der Perle Sibiriens

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8 Antworten

  1. was für eine spannende geschichte – ein richtiges abenteuer, irgendwie wie aus einer anderen zeit 🙂

  2. Die Reise, die du gemacht hast, ist auch mein großer Traum. Und würde ihn auch mit meinem kleinen Sohn verwirklichen. Wie hast du es mit dem Visum gemacht? Ich habe mich informiert, es ist wahnsinnig schwer und teuer, ein Visum nach Russland zu bekommen.
    Danke für die Antwort im Voraus 🙂

    • Levartworldblog

      Hallo Anna, es ist gar nicht so schwer 🙂 Über die Agentur geht es eigentlich ganz einfach. Von denen bekommst Du auch die Einladung, die Du für das Visum benötigst. Für einen Erwachsenen kostet das Visum etwa 100€ Kinder zahlen deutlich weniger oder sogar gar nichts. Da bin ich mir nicht mehr so sicher… 🙂

  3. Vielen Lieben Dank für deinen schönen Bericht. Bin auch schon 2 mal von Vladivostok nach Moskau gereise(zum Teil mit der Bahn zum Teil geflogen), leider nur beruflich. Das Land hat aber einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Habe vor nächstes Jahr mal privat dort hin zu reisen. Werde dann sicher auch die Insel im Baikal besuchen. Über das Omsker Theater in Form einer Sprungschanze musste ich lachen, aber es Stimmt, durfte dort im Theater auch schon arbeiten…..

  4. Sig Krämer

    Ich (92) bin Sept. 1991 von Peking nach Moskau, weiter nach Bonn fuer ca. 400,00 $ gefahren. Start Samstag Abend, Ankunft am naechsten Samstag um ca. 15:00 h. Strecke: Peking, Harbin, Chita, Tomsk, Omsk, Jekaterinburg, Jaroslawl, Moskau. Es waren die Wochen des Zusammenbruches der UDSSR, alles war sehr billig. Wir konnten nicht Im Speisewagen essen, bekamen Durchfall. Verpflegung von den Babushkas am Bahnhof, sehr gut. Sehr gefreut ueber 1 $ Tipp. Heutzutage bestimmt alles besser. Landschaft eindrucksvoll, emotional wegen der Gulags und als ehem. Soldat in Russland. Hatten jeden Abend Abteilparty, Bier und Wodka und Snacks und junge Leute, alles bestens OK. Ich kann die Reise sehr empfehlen. Planen Sie Tage in Moskau und Peking!
    Sig Krämer

  5. Nicole Mori

    Hallo,
    Ich finde deinen Blog super, wir wollen im September unsere Weltreise ebenfalls in Moskau starten und dann mit der Transsib nach China, wie lange im voraus hast du die Unterkünfte gebucht, für die Zwischenstopps,od den Minibus zum Baikalsee? Wir sind 4 Personen, es kann aber keiner von uns ein Wort Russisch, wird es klappen, wenn wir die Übersetzung der Ortsnamen wo wir einen Stopp einlegen wollen, einfach auf russisch übersetzen lassen und ausdrucken? Über welche Agentur besorgt man sich am günstigsten ein Visum für die Einreise?Vielen Dank nochmal für deine tollen Artikel, sie helfen uns sehr bei unserer Reiseroutenplanung <3

    • Levartworldblog

      Hallo Nicole, die Unterkünfte habe ich immer ein oder zwei Tage im Voraus gebucht. Meist über Booking oder auch über eine Handnummer im Reiseführer. Ein Ticket für den Minibus haben wir ebenfalls einen Tag vorher gebucht. Also direkt bei unserer Ankunft vor Ort. Ein Zettel mit dem Ortsnamen ist schon mal ein guter Anfang 😉 Die Russen sprechen wirklich so gut wie kein Englisch. Wenn ihr die wichtigsten Sätze oder Wörter auch ausdruckt, kann es nicht schaden. 😉 Das Visum haben wir nicht über eine Agentur gebucht, sondern waren direkt bei der Russischen Botschaft. Heute würde ich es aber vermutlich auch über eine Agentur machen lassen, denn die Einladung müsst ihr auch vorab noch „kaufen“. Ich wünsche euch ganz viel Spaß auf eurer Reise! 🙂 Wir sind am Ende Oktober auch auf Weltreise! 🙂 LG Alexandra

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