Job gekündigt, Fehlgeburt und jetzt?

Job gekündigt, Fehlgeburt und jetzt?

Es ist so aufregend. Ich habe es heute endlich getan. Ich habe meinen Job gekündigt. Ich kann es immer noch nicht glauben! Nach über 12 Jahren Festanstellung bin ich jetzt frei wie ein Vogel. Offen für das, was kommt.

Bloggerleben Fehlgeburt und Planänderung

Warum jetzt?

Ist das, das Leben? Jeden Tag von Montag bis Freitag verbringe ich im Büro. Ich arbeite für Andere.

Meinen Sohn sehe ich neben all seinen schulischen und außerschulischen Aktivitäten kaum zwei Stunden am Tag.

Mein Leben findet nur an Feiertagen, Urlaubstagen und Wochenenden statt. Nach der Arbeit ist vor der Arbeit. Ich ruhe ich mich abends aus, um am nächsten Tag wieder fit zu sein. Und das Ganze noch weitere 40 Jahre bis zur Rente? Das ist nicht das Leben. Ich habe endlich erkannt, was mir wirklich wichtig im Leben ist. Besser jetzt, als nie. Ich habe also allen Mut zusammen gefasst und meinen sehr sicheren und gut bezahlten Job in der IT an den Nagel gehängt.

Mal wieder eine Planänderung

Wer meinen Blog mitverfolgt weiß, dass ich schwanger war. Wir waren überglücklich und konnten es kaum abwarten, das kleine Wunder in unseren Armen zu halten. Wir haben unsere Reisepläne verschoben und wollten erst einmal als Familie ankommen. Hier geht es zum Beitrag.

Doch es kam anders als geplant. Mal wieder. Pläne kommen und gehen und langsam fange ich allmählich an zu zweifeln, ob es überhaupt Sinn macht Pläne zu schmieden?

Beim Frauenarzt der große Schock! “Da ist kein Herzschlag mehr.” “Sind Sie sich sicher?”

Ja, das war sie, auch nachdem ich 10 Mal gefragt habe und sie bat, ein anderes Gerät zu holen. Ich konnte es nicht glauben, dass so etwas ausgerechnet mir passiert. Warum gewinne ich nie im Lotto?

Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass jede dritte Schwangerschaft vor dem dritten Monat endet. Viele meiner Freundinnen haben mir erst hinterher erzählt, dass ihnen das Gleiche widerfahren ist. “Frau” redet anscheinend nicht darüber. Bei Küstenkindunterwegs gibt es einen schönen Beitrag mit drei Gründen, warum es sich vielleicht doch lohnt eine Schwangerschaft vor dem dritten Monat bekannt zu geben.

Ich hatte keine Ahnung und als mega positiv denkender Mensch und ich habe auch nicht damit gerechnet, dass mir so etwas passieren könnte. Warum denn auch? Ich habe schon einen gesunden Jungen, der ohne Komplikationen zur Welt kam. Ich stieg also total aufgelöst mit Tränen im Gesicht auf mein Fahrrad und radelte bei strömenden Regen nach Hause. Nicht mehr schwanger aber mit einem Kopf voller Fragen.

Bloggerleben Fehlgeburt und Planänderung

Ich trete auf der Stelle und komme nicht weiter

Dieses Ereignis war ausschlaggebend für alles, was dann kam. Ich habe meinen Job gekündigt. Ohne Plan, was kommt oder nicht kommt. Denn mit den Plänen habe ich es nicht so in letzter Zeit. Ich habe das Gefühl nicht vorwärtszukommen und immer auf einer Stelle zu treten. Die geplante Auszeit und Reise nach Neuseeland war ein Lichtblick. Etwas Neues und Aufregendes und ein Weiterkommen. So mein Gefühl. Die Reise haben wir storniert. Das Baby wollte ich nicht im Flugzeug bekommen. Und das war gar nicht schlimm, denn das Baby war/ist ein absolutes Wunschkind. Erik wünscht sich ganz dringend ein Geschwisterchen. Am liebsten einen Bruder. Doch auch diese “Freude” mussten wir gehen lassen.

Jetzt stehe ich wieder am Anfang da

Unglaublich, oder? Es ist so viel passiert. Wir haben so viel geplant! Wir haben viel gelacht und viel geweint und uns unser zukünftiges Leben bis ins kleinste Detail ausgemalt! Ich habe mir vorgestellt, wie es ist vor unserem Camper in Neuseeland zu sitzen, den Blick in die Ferne geschweift. Das Meer vor mir, die Berge hinter mir. Ein wunderschöner Sonnenuntergang taucht die Landschaft in einem warmen Licht. Ein Traum. Dann habe ich mir vorgestellt, wie ich direkt nach der Geburt unseres “Wunders” die winzigen Zehen und Finger zähle und den betörenden Babyduft rieche. Meine Vorfreude war gigantisch groß. Die Enttäuschung und Trauer noch größer.

Kopf hoch, das Leben geht weiter!

Doch mein Leben geht weiter. Wie heißt es so schön: “Was mich nicht umbringt, macht mich nur stärker”. Genauso ist es. Mein Energielevel ist wieder ganz oben. Ich bin glücklich und dankbar über das, was ich habe. Ich bin glücklich und zufrieden mit der Entscheidung meinen Job gekündigt zu haben und auch sehr glücklich damit nicht zu wissen, womit ich in Zukunft meine Brötchen verdienen werde.

Ich freue mich riesig auf alles, was kommt. Ich freue mich auf die ersten Wochen Zuhause. Darauf meinen Sohn nach der Schule persönlich zu begrüßen und ihm ein gesundes Essen zu kochen. Ich freue mich auf neue Ideen und neue Projekte. Ich freue mich auf unsere schon geplanten Reisen.

Was passiert als nächstes?

Für den Herbst steht ein Besuch im Phantasialand mit Übernachtung auf unserer Agenda. Erik hat Geburtstag, er wird 11 und das wollen wir feiern. In den Herbstferien fahren wir an die Ostsee und von dort auch geht es direkt weiter nach Gran Canaria zum Surfen und entspannen. Alles Weitere lassen wir noch offen.

Und vielleicht, aber nur vielleicht, wenn sich unsere Ideen manifestieren, werden wir anfangen unsere Wohnung langsam aufzulösen und Deutschland für eine Zeit lang den Rücken kehren. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, denn es könnte sich noch einiges ändern.

Wie es weiter geht, wissen wir nicht. Ich freue mich aber auf alles, was kommt.

Und jetzt du! 🙂 Ich freue mich über Kommentare.

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8 Antworten

  1. Liebe Alexandra!
    Erstens- Du bist eine tolle Frau! Mir hat es 2mal passiert, ein Fehlgeburt… und jedes mal geht das Leben weiter! Ich habe jetzt 3 wunderbare, gesunde Töchter.
    Ich bin begeistert davon, wie Du dein Leben meisterst. Es wird alles so sein, wie es da oben für dich geplant ist! Ich folge dir gerne über Deine Webseite und Instagram, und wer weiß… vielleicht treffen wir uns mal in Realität…😉
    Alles liebe ❤️

    • Levartworldblog

      Hallo Julia, vielen Dank für deine lieben Worte! <3 Es ist schön zu wissen, dass es da draußen noch andere Mütter gibt, die sich vorstellen können wie sich das anfühlt! 🙂 Danke fürs Folgen und ja klar, sehr gerne, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Liebe Grüße Alexandra

  2. Ich wollte fast einen leeren Kommentar losschicken, denn so sprachlos war ich für einen Moment. Wir kennen uns nicht wirklich, wenn ich vom Besuch des Reisebloggertreffens im Frühjahr mal absehe. Dennoch habe ich schon viel von dir gelesen und war mir so sicher, daß deine Planung Wirklichkeit wird. Die o.g. Überschrift war gerade so unwirklich und es tut mir so leid. Gerade deßhalb finde ich es um so mutiger einen neuen Lebensabschnitt ohne festen Job zu starten. Ich drücke also alle Daumen für die Zukunft.

    LG Michael

    • Levartworldblog

      Hallo Michael, vielen Dank für deinen Kommentare und deine netten Worte 🙂 Und vielleicht sieht man sich mal wieder auf einem nächsten Treffen 🙂 LG Alexandra

  3. Ich bin sprachlos, traurig, verblüfft und erfreut über deine Energie und den Mut…. ich wünsche dir und Euch planloses Glück und viel Kraft…

  4. Mensch Alexandra,
    das ist ja ein ganz schönes Auf und Ab der Gefühle, das du da gerade erlebst. Gut, dass du so eine Starke bist! Du wirst das Beste daraus machen. Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft dafür.
    Liebe Grüße
    Gela

  5. Hallo Alexandra!
    So viele Pläne wurden durchkreuzt, ein Traum ist nicht in Erfüllung gegangen und trotzdem bist du so mutig!
    Einfach den Job hinwerfen, das habe ich mir schon so oft gedacht. Bei mindestens 40 Stunden im Büro die Woche und regelmäßigen Dienstreisen, lebe ich bzgl meiner Tochter auch nur für Wochenenden und sonstige freie Tage.
    Ich bin gespannt wie es bei dir weiter geht. Meine Daumen sind gedrückt.

    LG
    Anja

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