Leben im Ausland – Was ich an Norwegen so liebe und was ich an Deutschland vermisse

Leben im Ausland – Was ich an Norwegen so liebe und was ich an Deutschland vermisse

Im Mai 2018 war es soweit. Ganz spontan haben wir ein Haus in Norwegen online gekauft, unsere Sachen gepackt und sind ausgewandert. Alles ging ganz schnell und war wirklich aufregend. 

Nun leben wir zwischen Wald und See irgendwo bei Lillehammer in der Natur. Wir erwarten inzwischen unser drittes Baby und ich kann mir in der schwierigen Corona-Zeit keinen besseren Ort zum Leben mit Kindern vorstellen. Trotzdem gibt es da natürlich einiges, was ich auch an Deutschland vermisse.

Hier kommen meine Leben in Norwegen Highlights und Dinge, die mir aus der alten Heimat fehlen.

SUP – Unsere Lieblingsbeschäftigung im Sommer

Falls du dich für das Leben in Norwegen interessierst, schau unbedingt auf meinem Instagram Kanal vorbei. Dort nehme ich dich mit!

Was ich an Norwegen so liebe.

Natur pur!

Der ausschlaggebende Grund, warum wir nach Norwegen gezogen sind, ist die Natur. Es ist unglaublich schön hier. Die Berge und Wälder liegen, egal wo du bist, meist direkt vor der Tür oder nur einen Katzensprung entfernt.

Zudem sind die Winter in vielen Teilen des Landes schneereich. Ab November tauchen überall wie aus dem Nichts Langlaufloipen auf. Langlaufen und Skifahren stehen fast jedes Wochenende bei uns an der Tagesordnung.

Hier kannst du alles zum Thema Langlaufen in Norwegen lesen.

Im Sommer sind die langen, hellen Sommernächte ein absolutes Highlight. Wir lieben es, in den Bergen wandern zu gehen, ohne auf die Zeit achten zu müssen, weil es einfach nicht dunkel wird.

Im Herbst in Norwegen gibt es nichts Schöneres für mich, als mit den Kindern durch die Wälder auf der Suche nach leckeren Blaubeeren zu streifen.

Im Sommer explodiert die Natur in den schönsten Farben.

Friluftsliv

Egal ob im Winter oder im Sommer, das Leben findet draußen statt. Die Norweger leben ihr Friluftsliv, was so viel wie “Freiluftleben” bedeutet. Ein Ausflug auf die Hütte, in den Wald oder an den See gehört in Norwegen zum Wochenende einfach dazu. Dabei ist es egal, ob man im Winter auf den Langlaufskiern oder im Sommer in den Wanderschuhen unterwegs ist. Wichtig ist nur, dass man eine gute Brotzeit dabei hat. Am liebsten grillen die Norweger Würstchen am Lagerfeuer. Ein kvikk lunch (Schokolade) und eine Sola (Orangenbrause) darf vor allem zu Ostern auf keinen Fall fehlen. 

Besonders toll finde ich, dass das Leben in der Natur auch schon den kleinen Kindern in die Wiege bzw. in den Kinderwagen gelegt wird. Hier schlafen schon kleine Babys nämlich tagsüber immer im draußen im Kinderwagen. Auch in den Kindergärten wird das Schlafen im Freien praktiziert. 

Die Winter sind schneereich und wunderschön! Über unseren Urlaub auf den Lofoten kannst du hier lesen.

Norwegisches Design 

Skandinavisches Design zeichnet sich durch klare Linien, schlichte Formen, Minimalismus und Funktionalität aus. Ich liebe es hier in Norwegen durch die zahlreichen kleinen Einrichtungsgeschäfte zu schlendern. Vor allem in Sachen Kinderprodukte und Kinderbekleidung gibt es so einige coole Marken, die man in jedem Haushalt hier in Norwegen findet.

Für hübsche, nachhaltige Brotdosen, Trinkflaschen und Thermoskannen im retro Design kann ich euch BLAFRE aus Oslo empfehlen. Diese Produkte könnte ich auch bei Lillygo.de in Deutschland kaufen.

Kein Ausflug im Winter ohne Thermosflasche von Lillygo.de

Einige unserer liebsten Bekleidungsmarken aus Norwegen für Kinder sind zum Beispiel MeMini, Lillelam, Nøstebarn und Mole little Norway.

Skogstad, Bergans, Devold und Stormberg bieten Outdoorbekleidung an.

Auch Stokke, der Produzent der beliebten Tripp Trapp Hochstühle kommt aus Norwegen.

Kein Winter ohne Wolle

Die Norweger lieben Wollprodukte und auch wir wissen die genialen Norwegerpullover, Funktionswäsche aus Merinowolle und Woll-Kinderbekleidung sehr zu schätzen. Wollbekleidung ist im Winter in den Kindergärten sogar ein Muss. Wolle ist temperaturregulierend, nimmt keine Gerüche an und hält sehr warm. Ich kann mir ein Winter ohne Wollsachen inzwischen überhaupt nicht mehr vorstellen und habe sogar selbst angefangen zu stricken. 

Schaut euch unbedingt unsere warme Wollmütze aus weicher Baby-Alpaka Wolle an. Die Mütze ist absolut nachhaltig und kann auch als Loop getragen werden.

Freundliche und hilfsbereite Menschen.

Auch wenn die Norweger auf den ersten Blick etwas unterkühlt scheinen, habe ich hier das Gefühl, die Menschen gehen respektvoller und freundlicher miteinander um. Das bekommt man vor allem im Supermarkt zu spüren. Kein Drängeln, kein nörgeln, kein Meckern und immer ein freundliches Lächeln auf den Lippen. 

Es gibt gefühlt keine Klassengesellschaft. Egal ob Putzhilfen, Anwälte, Kassierer, Architekten oder Bauern, die Menschen erzählen immer voller Stolz von ihren Berufen und alle werden gleich respektvoll behandelt.

Kinderfreundlichkeit

Kinder haben in Norwegen einen riesengroßen Stellenwert. Sobald wir mit Linnea unterwegs sind, wird sie überall und von jedem mit einem Lächeln empfangen. Ich habe noch nie erlebt, dass hier jemand mit seinem Kind in der Öffentlichkeit schimpft. Genau wie mit den Erwachsenen gehen die Norweger auch mit Kindern sehr respektvoll und liebevoll um. Das ist so angenehm. 

Kein Alkohol in den Supermärkten und wenig Raucher

Jugendschutz wird hier groß geschrieben. Alkohol kann man in Norwegen nur im “Vinmonopolet” kaufen. Leichte Biere gibt es auch im Supermarkt aber nur bis zu einer bestimmten Uhrzeit. Nach etwa 18:00 werden die entsprechenden Regale verschlossen. Zigaretten bekommt man an der Kasse nur auf Anfrage. Somit werden Kinder mit Alkohol und anderen leichten Drogen nicht konfrontiert. Auch sieht man sehr selten jemanden in der Öffentlichkeit rauchen, was ich auch super finde. Trinken in der Öffentlichkeit ist hier nicht erlaubt.

Digitalisierung

Ich bin echt überrascht, wie weit die Digitalisierung in Norwegen vorangeschritten ist. Glasfasernetze und super schnelles Internet gibt es sogar bei uns auf dem Land. Das bargeldlose Bezahlen klappt in wenigen Millisekunden. Ich habe seit dem wir hier wohnen, nur ganz selten norwegische Banknoten in den Händen gehalten. Dank meiner persönlichen Nummer kann ich mich bei Ärzten und Behörden problemlos einloggen und alles online erledigen. Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wann ich das letzte Mal einen Brief im Briefkasten hatte. Dank der Digitalisierung ist der bürokratische Aufwand hier sehr gering und für meine Steuererklärung als Selbstständige brauche ich keine 10 Minuten.

Sportlich statt Chick

Kennst du das Zitat von Karl Lagerfeld “Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren”? Das trifft auf die Norweger nicht zu, ganz im Gegenteil. Wer sich mal umschaut, wird feststellen, dass die meisten Menschen in Sportklamotten unterwegs sind, vor allem hier bei uns in Lillehammer. Es sieht so aus, als würden die Menschen zum Sport gehen oder vom Sport kommen. Die Anzahl der Sportgeschäfte ist auch unglaublich groß. Auch ist mir aufgefallen, dass viele Frauen auch keine Handtaschen tragen. Daran habe ich mich inzwischen auch so langsam gewöhnt.

Mehr zum Thema Corona in Norwegen und unseren Homeschooling Alltag kannst du hier lesen.

Was ich an Deutschland vermisse?

Auch wenn Norwegen der perfekte Ort für uns zu sein scheint, ist hier auch nicht alles Gold, was glänzt. So sind zum Beispiel die Lebenshaltungskosten sehr hoch. Wir zahlen für einen Wocheneinkauf im Supermarkt für 4 Personen umgerechnet etwa zwischen 250 und 300€.

Zwischen November und Februar ist es in Norwegen meist ziemlich dunkel. Teilweise haben wir nur 4 Stunden Tageslicht am Tag. Das kann ganz schön aufs Gemüt schlagen.

An Deutschland vermisse ich besonders die große Auswahl an verschiedenen Produkten. In Norwegen gibt es eine Handvoll großer Firmen, die ein absolutes Monopol bilden und es werden somit kaum ausländische Lebensmittel aus dem Ausland importiert.

Besonders fehlen mir auch DM und ein guter deutscher Bio-Bäcker. Leckeres Brot sucht man hier nämlich vergeblich. 

Auch ist das Thema Nachhaltigkeit hier in Norwegen noch nicht so richtig angekommen. Plastiktüten werden einem hinterhergeschmissen und viele Lebensmittel sind reichlich in Plastik verpackt. Da ist Deutschland schon deutlich weiter. 

Tipps für einen günstigen Urlaub in Norwegen habe ich hier für dich.

2 Antworten

  1. Didi

    Norwegen ist leider kein Geheimtipp mehr. Viel zu viele haben den Norden Europas entdeckt. Hauptsehenswürdigkeiten sind im Sommer teilweise überlaufen. Für erste Sehenswürdigkeiten wird schon Eintritt genommen, was es früher nicht gab. Die Lebenerhaltungskosten, Sprit und Essen gehen sind unverhältnismäßig teuer. Auf den Lofoten wurden sogar Parkplätze im Sommer schon knapp. Die Natur ist umwerfend! Wer es sich erlauben kann sollte die Hauptreisezeit möglichst meiden bzw. nur ankratzen, aber Achtung Mitte August schließen im Norden Museen, Restaurants und viele Geschäfte. Das ist sehr schade, da noch einige Urlauber unterwegs waren. Da es außerhalb der Saison immer mehr werden, werden die Norweger vielleicht länger das öffentliche Leben aufrecht halten. Aber einst bleibt sicher, eine Reise nach Norwegen bleibt immer ein Erlebnis. Schneller Wetterwechsel, auch Mal etwas kühlere Tage sind immer möglich, aber wenn man sich darauf einstellen kann, stört es einen wenig bis gar nicht. Ich fahre jeden gern und oft nach Norwegen. Vorsicht, es kann zur Leidenschaft werden.

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