Auswandern nach Norwegen – Hauskauf, Schule und das Leben auf dem Land

Unsere erste Woche in Norwegen – Hauskauf, Schule und das Leben auf dem Land

Wir sind überwältigt. Eine Woche ist schon vergangen und so langsam fühlt sich unsere Wahlheimat für die nächste Zeit, wie ein Zuhause an. Heute vor einer Woche stieg ich mit Erik in den Flieger. Wir lassen unser altes Zuhause in Düsseldorf hinter uns und reisen ins neue, unbekannte Zuhause, nach Norwegen.

Ich habe viele Fragen zu unserem Umzug nach Norwegen von euch bekommen und möchte gerne einige davon mit diesem Blogpost beantworten. Warum Norwegen? Das kannst du hier lesen.

Auswandern nach Norwegen
Unser norwegisches Traumhaus.

Wir haben das Haus im Internet gekauft, ohne es vorher zu besichtigen.

Das Haus kannten wir nur von Bildern und die Lage nur von der Durchreise. Die Spannung und die Überraschung waren dementsprechend groß. Wir waren vor unserem Umzug sehr nervös. So ein Haus kauft man ja schließlich nicht jeden Tag.

Mein Liebster ist zwei Tage vor uns, mit einem Freund, Transporter und unseren ganzen Sachen nach Norwegen gefahren und hat die Hausübergabe erledigt. Es ist alles so, wie er sich das vorgestellt hat. Was ein Glück!

So ein Hauskauf in Norwegen ist nicht einfach und funktioniert ähnlich wie das Gebotsverfahren auf Ebay. Auf der Internetplattform Finn.no haben wir in den vergangenen Monaten auf viele Häuser in Norwegen geboten und waren auch unzählige Male vor Ort, um uns die Objekte anzuschauen. Der ganze Prozess war sehr nervenaufreibend.

Jeder Besichtigungstermin war ganz besonders. Wir haben uns ausgemalt, wie wir das eventuelle Zuhause einrichten oder umbauen. Gedanklich waren wir schon dort. Die Enttäuschung war jedes Mal sehr groß, wenn jemand anders den Zuschlag erhalten hat. Doch das alles war nicht umsonst. Wir haben viele Erfahrungen gesammelt und wussten nach einer Weile ganz genau, worauf es beim Hauskauf eines typisch norwegischen Hauses ankommt und worauf wir achten müssen.

Die Gegend, für die wir uns entschieden haben, ist sehr beliebt und die Konkurrenz groß. Als wir unser aktuelles Haus fanden, haben wir uns sofort in das Objekt verliebt. Es war schöner als jedes Haus zuvor, auf welches wir geboten haben. Der Ausgangspreis lag knapp über über unserem Budget und uns war klar, dass wenn andere Interessenten mitbieten, wir keine Chance mehr haben.

Nach einem Telefonat mit dem Makler fanden wir heraus, dass der Vorbesitzer großes Interesse hat, das Haus schnellstmöglich zu verkaufen. Er hat schon ein anderes Objekt gefunden, welches er bezahlen möchte. Laut dem aktuellen Prozess darf aber erst nach dem Besichtigungstermin auf das Objekt geboten werden und dieser Termin sollte erst zwei Wochen später stattfinden. Also kontaktierten wir den Hausbesitzer persönlich und hatten ganz viel Glück. Er war bereit uns das Haus sofort für den Ausgangspreis zu verkaufen.

Das Haus ist aus dem Jahr 2010 und noch so gut wie neu. Da kann man nichts falsch machen und so war es zum Glück auch. Wir machten den Deal und kauften unser norwegisches Traumhaus, natürlich nach vielen Telefonaten mit dem Vorbesitzer, dem Lesen der ausführlichen Hausbeschreibung, der Protokolle und Gutachten.

Auswandern nach Norwegen

Das ist unser neues Zuhause – Auswandern nach Norwegen

Unser neues Zuhause liegt direkt am Waldrand, in einem kleinen Ort zwischen Gjovik und Lillehammer. Zwei größere Städte in der Umgebung, die alle Annehmlichkeiten, wie Cafés und Restaurants bieten, die wir aus Düsseldorf gewohnt sind.

Das Örtchen in dem wir leben ist recht international. Unter unseren Nachbarn gibt es neben vielen Norwegern auch einige Einwanderer aus Polen, Tschechien und Russland. Hauptsächlich wohnen hier Familien mit Kindern.

Bei unserer Ankunft werden wir von unseren direkten Nachbarn freundlich empfangen und begrüßt. Wir fühlen uns hier sehr willkommen. Der Zusammenhalt in der Nachbarschaft ist groß. Die Menschen unterstützen sich gegenseitig und feiern zusammen in der gemeinsam errichteten Grillhütte. Es wird hier also nicht langweilig.

Auswandern nach Norwegen

Die neue Schule – Auswandern nach Norwegen

Direkt am ersten Tag nach unserer Ankunft stellen wir uns in der neuen Schule vor. Erik möchte schnell neue Freunde finden und die Sprache lernen. Das geht am besten, wenn er mit Gleichaltrigen zusammen ist.

Eriks neue Schule ist eine ganz gewöhnliche, norwegische Schule, in der norwegisch gesprochen wird. Auf der ganzen Schule gibt es 35 Kinder. Die Atmosphäre ist sehr familiär.

Einer der Gründe, warum wir beschlossen nach Norwegen zu gehen, ist der Wunsch unseren Kindern die Möglichkeit zu geben, ein klein wenig länger “Kind” sein zu dürfen. Das ist hier ganz gut möglich.

Im Gegensatz zum Gymnasium in Düsseldorf, auf dem Noten, Tests und Leistungsdruck Alltag sind, stehen die individuellen Talente der Kinder in Norwegen im Vordergrund. Bis zur achten Klasse gibt es weder Tests noch Zensuren. Trotzdem kommt der Schulstoff nicht zu kurz und die Kinder lernen alles, was sie bis zum Übergang in die achte Klasse wissen müssen, nur eben anders, spielerisch, auf ihre individuelle Art und Weise.

Die Kids verbringen sowohl im Sommer als auch im Winter viel Zeit draußen, in der Natur. Momentan sind sie gerade dabei ein Baumhaus zu bauen. Direkt hinter der Schule liegt ein Skihügel mit einem Schlepplift. Im Winter steht das Skifahren auch während der Schulzeit ganz weit oben auf der Agenda.

Erik gefällt seine neue Schule sehr gut. Neben Norwegisch lernt das Kind ganz nebenbei auch Englisch. Nicht aus Schulbüchern und theoretisch, sondern beim direkten Sprachgebrauch mit anderen Kindern. Das Verständigen auf Norwegisch fällt Erik noch schwer, da er die Sprache erst jetzt anfängt zu lernen. Doch schon nach drei Schultagen bin ich sehr überrascht, welche Fortschritte er macht und wie gut die Kommunikation mit den anderen Kindern, halb auf Norwegisch, halb auf Englisch und mit Händen und Füßen, klappt.

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Und was machen wir hier so den ganzen Tag? – Auswandern nach Norwegen

Am Morgen trinke ich hier erst einmal ganz gemütlich einen Tee auf der Terrasse mit Blick ins Grüne, mache etwas Yoga oder einen Spaziergang durch den Wald. Das Wetter ist in diesem Frühling der Wahnsinn! Jeden Tag Sonnenschein und Temperaturen von weit über 20 Grad.

Wir erkunden unsere neues Zuhause und verbringen viel Zeit in der Natur. In unserer Nachbarschaft gibt es gerade für Kinder viel zu erleben und zu entdecken. Neben vielen spannenden Museen liegt nur wenige Minuten von uns entfernt ein großer See. Es gibt auch viele Freibäder in unserer Nähe und Wanderwege, Skigebiete und Langlaufloipen. Eine Langlaufloipe startet direkt hinter unserem Haus. Erik kann es kaum erwarten, bis es Winter wird. Ich freue mich erst einmal auf den Sommer.

Ansonsten sind wir immer noch dabei uns einzurichten. Einige Kisten müssen noch ausgepackt und Möbel aufgebaut werden. Im Juli erwarten wir unser Sommerbaby und auch darauf bereite ich mich so langsam vor. Nächste Woche möchten wir gerne das Krankenhaus besichtigen, in dem unser Baby zur Welt kommen soll. Auf meinem Instagram Kanal poste ich fast täglich Bilder und Storys von unserem Alltag in Norwegen.

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Nicht alles ist Gold was glänzt – Auswandern nach Norwegen

Doch das Leben auf dem Land ist auch eine große Umstellung. Momentan haben wir noch kein Auto und so fahren wir zum Einkaufen immer mit dem Bus. In der Stadt ging ich fast täglich zum Rewe. Hier kaufen wir nur ein Mal in der Woche ein. Wir müssen gut planen, denn der nächste Supermarkt ist sechs Kilometer entfernt.

Auch ist es nicht möglich, mal eben schnell sich mit Freunden in einem Café zu treffen. Freunde habe ich hier noch keine und auch kein Café in der Nähe. Es ist noch etwas einsam, doch daran werde ich mich bestimmt schnell gewöhnen.

Mein Freund arbeitet noch für die nächsten Monate von Montag bis Donnerstag in Deutschland und muss jede Woche pendeln. Ich bin in dieser Zeit alleine mit Erik hier. Auch das ist noch nicht optimal.

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Wie geht es weiter mit Levartworld?

Ich bin mittlerweile mit meinem Blog selbstständig und verdiene damit auch mein Geld. Der Vorteil ist, dass ich ortsunabhängig arbeiten kann, was gerade jetzt in der Schwangerschaft eine große Erleichterung für mich ist. Der Blog und andere damit verbundene Aktivitäten decken meist geradeso meine monatlichen Ausgaben. Darum verzeiht mir, aber es wird auch weiterhin etwas Werbung auf Levartworld und in meinen sozialen Medien geben. Allerdings achte ich bei der Auswahl meiner Kooperationspartner darauf, euch möglichst nur das, was ich auch selbst für gut befunden habe oder was mich momentan interessiert, hier zu erwähnen oder euch vorzustellen. Es in diesem Jahr weniger Beiträge über Reisen ins Ausland, aber dafür mehr Beiträge über Norwegen geben. Auch werde ich mehr über Mamathemen schreiben, denn die Vorbereitungen auf unser Sommerbaby machen mir unglaublich viel Spaß. Wir freuen uns so sehr auf unsere kleine Prinzessin und können es kaum erwarten sie in unsere Arme zu schließen.

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Hast du noch fragen? Ich freue mich über Kommentare.  

3 Responses

  1. Ina

    Meine Große hofft ab Herbst auf einen Studienplatz in Gjøvik 😉, Also da wird sich ein Besuch Mal drin sein.Wie hast du vor Norwegisch zu lernen? Auf jeden Fall wünsche ich euch ein gutes Einleben.

    LG aus der Mitte Norwegens
    Ina

    • Levartworldblog

      Ach, wie schön. Wir lernen schon fleißig mit App und Büchern. Liebe Grüße Alexandra

  2. Julia

    Alles gute in der neuen Heimat! Ich freue mich so für euch!❤️

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