Unser Corona-Alltag in Norwegen mit Kindern

Lebensupdate – Unser Corona-Alltag in Norwegen mit Kindern

Auf meinem Reiseblog ist es zur Zeit etwas stiller als sonst. Warum das so ist, kannst du dir sicher denken. Der Corona-Alltag in Norwegen hat uns fest im Griff. Nicht nur, weil wir uns um unsere Existenz sorgen müssen, sondern auch, weil wir sicherlich kaum reisen werden dieses Jahr. Darum freue ich mich umso mehr, dass ich von Dagmar vom flipflopblog.de nominiert wurde, einige spannende Fragen zu unserem Corona-Alltag euch zu beantworten. Ich nehme dieses Blogstöckchen gerne an, versorge euch mit Informationen und gebe den Staffelstab anschließend gerne an den nächsten Familien-Reiseblogger weiter. 

Hier kommen meine Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die aktuelle Situation und unser Leben in Norwegen.

Corona in Norwegen

1. Ihr lebt in Norwegen, welche Einschränkungen habt ihr dort im Alltag?

Bei uns in Norwegen gibt es im Vergleich wenige Einschränkungen. Wer Anzeichen einer Erkrankung hat oder aus dem Ausland zurückgekehrt ist, muss für zwei Wochen in Quarantäne. 

Die Schulen und Kindergärten haben geschlossen, wobei diese seit letzter Woche, mit Ausnahme der weiterführenden Schulen, wieder geöffnet sind.

Ansonsten können wir ohne Einschränkung einkaufen oder Spielplätze besuchen. Auch die Friseursalons und einige Restaurants haben wieder geöffnet.

Seit Kurzem gibt es eine Corona App, die anzeigt, wenn man Kontakt zu einer infizierten Person hatte. Norwegen hat die Situation ganz gut im Griff.

2. Wie sieht ein normaler Tag derzeit bei euch aus?

Mein Freund darf bis Ende April im Homeoffice arbeiten und ist daher die ganze Zeit bei uns. Was echt super, vor allem für die Kinder ist. Er ist Freiberufler und arbeitet überwiegend im Ausland, sodass wir ihn nur an den Wochenenden gesehen haben. 

Von daher starten wir alle gemeinsam mit einem langen Frühstück in den Tag. Wir trinken anschließend auf der Terrasse unseren Tee, während die Kinder etwas im Garten spielen. Danach muss das große Kind von 10 bis 13 Uhr via Videokonferenz Schule machen. Die Lehrer treffen sich mit den Schülern online im Videochat, vermitteln den Stoff so gut es geht, und geben Hausaufgaben auf. Über unseren Schulalltag während Corona in Norwegen kannst du hier lesen.

Während dieser Zeit spiele ich mit unserer kleinen Tochter, lege sie für den Mittagsschlaf auf die Terrasse zum Schlafen, arbeite etwas im Home Office meine Aufträge ab und kümmere mich um das Mittagessen. Gegen 14 Uhr treffen wir uns wieder alle gemeinsam zum Essen. Während mein Liebster weiter im Home Office arbeitet, gehe ich mit den Kindern an den See oder in den Wald. Wir verbringen viel Zeit im Garten oder im Wald.

Nachdem wir sechs Monate Schnee hatten, kehrt bei uns langsam der Frühling ein. 

Corona in Norwegen

3. Was ist für euch im neuen Corona-Alltag in Norwegen am schwierigsten?

Der Spagat zwischen Home Office und Kinderbespaßung. Nach der ersten schwierigen Zeit häufen sich zum Glück wieder meine Aufträge. Ich habe viel zu tun und es fällt mir schwer vernünftige Mails zu formulieren oder Blogbeiträge zu verfassen, wenn unsere 20 Monate alte Tochter neben mit auf dem Sofa hüpft, die Körperteile erklärt und dabei mir mit ihrem kleinen Finger ins Auge pikt, so wie jetzt gerade. Autsch…

4. Habt ihr ein Lieblingsspiel für drinnen oder draußen, das bei euch super funktioniert?

Was bei uns funktioniert ist es möglichst viel Zeit draußen zu verbringen. Beim Wandern haben wir einen neuen Trick, um unsere Kleinste zu motivieren, auch mit uns etwas zu gehen. Sie liebt es, wenn wir Brücken für sie bauen. Dazu gehen wir ein kleines Stück vor und stellen und mit gespreizten Beinen mit Abstand hintereinander auf. Die kleine Maus sprintet sofort los und geht unter uns durch. Das funktioniert wunderbar.

Ansonsten spielen wir gerne Memory. Eine ausführliche Liste mit über 100 Ideen gegen Langeweile mit Kindern habe ich hier auf meinem zweiten Blog.

5. Welchen Film habt ihr zuletzt alle zusammen gesehen?

Leider gar keinen. Wobei ich wirklich Lust auf einen Filmabend hätte. Aber meist bin ich am Abend so müde, dass ich mit der Kleinen um acht Uhr schlafen gehe. Tagsüber ist der Fernseher sehr selten an. Wir haben mit Home Office und den Kids so viel zu tun und die freie Zeit verbringen wir am liebsten draußen.

6. Welche Reise(n) musstet ihr wegen Corona stornieren oder umbuchen?

Dieses Jahr war das erste Jahr, in dem ich all unsere Reisen schon im Voraus geplant und gebucht hatte. Normalerweise reisen wir sehr spontan. Darum mussten wir leider unseren Skiurlaub in Norwegen stornieren und eine Reise nach Dänemark zu Ostern. Im Juli soll es theoretisch nach Sardinien gehen, im August nach Mallorca und im Oktober nach Portugal. Diese Reisen wurden von den Reiseveranstaltern nicht abgesagt. Das alles sind Recherchereisen. Privat habe ich nichts gebucht. Ich bin sehr gespannt, ob diese stattfinden. Ich glaube es aber nicht.

Ich bin froh, dass wir es noch geschafft haben unseren Winterurlaub auf den Lofoten zu verbringen. Die wunderschönen Sandstrände und die Nordlichter waren ein ganz besonderes Erlebnis.

7. Welche Pläne habt ihr aktuell für die Sommerferien?

Wenn aus Italien und Mallorca nichts wird, wovon ich leider ausgehe, werden wir innerhalb Norwegens reisen. Ich würde sehr gerne Südnorwegen erkunden. Dort waren wir noch nicht. Wahrscheinlich werden wir uns irgendwo am Meer oder im Grünen, ein Ferienhaus buchen und von dort aus die Umgebung entdecken.

Über die schönsten Straßen Norwegens und Gründe für einen Urlaub in Norwegen mit Kindern, habe ich hier für dich. Auch findest du einen Beitrag über unseren Urlaub im Ferienhaus am Fjord und viele andere Reiseberichte aus diesem schönen Land.

8. Meint ihr, das ist realistisch?

Momentan wird an die Reiseveranstalter in Norwegen kommuniziert, dass diese ihre Marketingkommunikation an die Norweger richten sollten. Mit Urlaubern aus dem Ausland wird nicht gerechnet. Von daher kann ich mir wirklich gut vorstellen, dass wir im Sommer innerhalb Norwegens reisen dürfen.

Corona in Norwegen

9. Ihr lebt mittlerweile im schönen Norwegen, aber welche Region ist eure liebste Reiseregion in Deutschland?

Das ist keine einfache Frage. Ich liebe Bayern. Wir haben mal einen wunderbaren Wanderurlaub in einem wunderschönen Hotel im Berchtesgadener Land verbracht. Die Landschaft, die Berge, die naturbelassenen Wälder, haben mich sehr beeindruckt.

Auch die Mecklenburgische Seenplatte mit dem vielen Grün und der Möglichkeit die Umgebung im Kanu zu erkunden, mag ich sehr.

Letztes Jahr haben wir eine mehrtägige Radtour auf der Römer-Lippe Route im Ruhrgebiet unternommen. Ich war sehr beeindruckt. Ich hätte nie gedacht, dass es in einem so dicht besiedelten Bundesland autofreie Radwege gibt und so viel Natur.

Ich habe Familien Reiseblogger nach ihren besten Reisetipps für den Sommerurlaub in Deutschland mit Kindern gefragt. Hier kannst du mehr lesen.

10. Fernreisen nach Corona – wann wird das wieder möglich sein, und interessiert euch das überhaupt?

Wir machen selten Fernreisen und unsere letzte Reise weiter weg, ist schon mehrere Jahre her. Da war ich mit meinem Sohn in Sri Lanka. Auch sind wir mit ihm mal mehrere Monate durch Asien und Kolumbien gereist. Irgendwann werden wir sicherlich wieder “fernreisen” können. Wann es soweit ist? Ich habe keine Ahnung. Wenn es darum geht, dass eine kritische Masse durchgeimpft wird, bevor die Grenzen öffnen, kann es noch mehrere Jahre dauern.

11. Was wird, könnte oder sollte die Corona-Krise in unserer Gesellschaft dauerhaft verändern?

Ich würde mir wünschen, dass jeder Einzelne sein Verhalten hinterfragt. Würde unsere Gesellschaft eigenverantwortlich handeln, müsste es keine Einschränkungen geben. Jeder würde sein Verhalten nach dem Wohl der Gemeinschaft ausrichten. 

Ich denke, wenn die Menschen endlich aufhören Tiere zu essen, denn genau das, war und ist, direkt oder indirekt, der Auslöser vieler Pandemien in der Vergangenheit und Gegenwart. Dabei wäre es doch so einfach. Es hilft auch schon, wenn jeder den Fleischkonsum um 80% reduzieren würde. 

Ansonsten fürchte ich, dass sich nichts ändern wird. Ich habe den Eindruck, dass wir über die Jahre nichts gelernt haben und die gleichen Fehler machen, wie bisher. Mauern werden wieder gebaut und Grenzen errichtet. Es ist gruselig, was gerade passiert.

Ich gebe mein Blogstöckchen weiter an Birgitta und krümelsgroßereise.de So könnt ihr dem Staffelstab folgen und neue Familien Reiseblogs entdecken.

  1. Wie sieht ein normaler Tag derzeit bei euch aus?
  2. Was ist für euch im neuen Corona-Alltag am schwierigsten?
  3. Habt ihr ein Lieblingsspiel für drinnen oder draußen, das bei euch super funktioniert?
  4. Welchen Film habt ihr zuletzt alle zusammen gesehen?
  5. Die Gretchenfrage: Tragt ihr Maske?
  6. Welche Reise(n) musstet ihr wegen Corona stornieren oder umbuchen?
  7. Welche Pläne habt ihr aktuell für die Sommerferien?
  8. Meint ihr, das ist realistisch?
  9. Reisen innerhalb Deutschlands: Welche Region würdet ihr gern mal erkunden?
  10. Fernreisen nach Corona – wann wird das wieder möglich sein, und interessiert euch das überhaupt?
  11. Was wird, könnte oder sollte die Corona-Krise in unserer Gesellschaft dauerhaft verändern?

Weitere Familien-Reiseblogger die über ihren Corona-Alltag berichten sind:

Weltwunderer.de

Family4travel.de

6 Antworten

  1. Dagmar

    Liebe Alexandra, wie schön, dass Du das Blogstöckchen so schnell weitergeführt hast! Sehr spannend zu lesen, wie es Euch in Norwegen in der Corona Zeit geht. Bleibt gesund und liebe Grüße, Dagmar vom flipflopblog

  2. Jenny

    Toll, dass du das Stöckchen so schnell aufgenommen hast – mit Baby zu Hause ist es wahrscheinlich noch viel anstrengender als hier bei uns mit einer gelangweilten Sechsjährigen und zwei Teenies…

    Norwegen erwartet im Sommer also keine Ausländer, wie schade. Wir wollen uns für den Sommer ein Wohnmobil mieten und schauen, wohin es uns verschlägt – mal wieder nach Norwegen wäre so toll gewesen 🙁

    Ich bin echt gespannt, wann die Krise wirklich vorbei sein wird und was wir dann im Nachhinein darüber sagen werden. Da ist dieses Blogstöckchen fast so etwas wie eine Zeitkapsel!

    Liebe Grüße
    Jenny

  3. Birgitta Kuhn

    Hallo Alexandra, vielen Dank fürs Nominieren und für den Einblick in euren Corona-Alltag. Ich finde es ja immer besonders spannend auch Berichte aus anderen Ländern zu hören.
    Alles Gute euch!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.