Flugverkehr Klimawandel und #Flugscham – Unser idiotischer Lebensstil des Vielfliegens

Flugverkehr Klimawandel und #Flugscham – Unser idiotischer Lebensstil des Vielfliegens. Fliegen ist NICHT cool.

Flugverkehr Klimawandel. Das Fliegen ist zum Lifestyle geworden. Wir alle wissen, wie schädlich so ein Flug ist, doch wir steigen trotzdem immer wieder in den Flieger um am anderen Ende der Welt am Strand unter einer Palme zu liegen.

Wer kennt sie nicht, die Bilder von unseren Freunden auf Facebook und Instagram, die mit Strohhüten und langen Kleidern an exotischen, weißen Sandstränden im Sonnenuntergang posieren, auf Klippen mit atemberaubender Aussicht in die Ferne schauen, oder mit einer bunten, gemusterten Decke bestenfalls im Kanu auf einem kristallklaren See mit schneebedeckten Bergen im Hintergrund uns neidisch machen?

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Fliegen ist nicht cool

Solche Bilder sehen wir dauernd und das löst Fernweh aus, zumindest bei mir. Wir denken daran, wie cool so eine Fernreise ist, und möchten nichts anderes, als auch an diesem Ort zu stehen. Wir spüren förmlich die Freiheit und die Sehnsucht nach diesem Ort und buchen den nächsten Flug.

Doch ich denke diese schönen Landschaften werden schon bald verschwunden sein, wenn wir so weitermachen wie bisher. Spätestens unsere Kinder und Enkelkinder werden die Konsequenzen zu spüren bekommen. Die Meeresspiegel steigen, die Gletscher Schmelzen und einzelne Landstriche vertrocknen immer mehr. Ein Zustand, den wir jetzt jetzt schon haben.

Genau wie das Rauchen in den 80ern cool und salonfähig war, sind es Fernreisen in unserer Zeit. Jeder möchte Instagram fähige Bilder von sich und seiner Familie an den schönsten Orten der Welt präsentieren, Heldengeschichten erzählen, von uns wie wir an arme Kinder Buntstifte verschenken oder von Einheimischen zum Essen eingeladen werden. Solche Geschichten befriedigen nur unser Ego. Das muss sich dringend ändern.

Wenn ich bei google zum Beispiel „nachhaltig Reisen“ eingebe, erscheinen direkt auf der ersten Seite einige große Blogs mit ihren schönen „Zeigefinger hoch Beiträgen“, von denen ich ganz genau weiß, dass sie in diesem Augenblick sich in Thailand die Sonne auf den Bauch scheinen lassen.

Es ist gut, dass diese Blogger vermitteln möchten, wie cool nachhaltiger Urlaub vor der Haustür ist, wie man umweltfreundlich mit dem Zug durch Europa reist, oder den Sommerurlaub an der heimischen Nordsee verbringt oder eine Radtour durch die Nachbarschaft unternimmt. Aber bitte authentisch!

Es gibt auch Menschen, die machen eine Weltreise mit dem Fahrrad. Das ist richtig cool! Fliegen kann jeder, aber um die Welt zu Fuß oder eben mit dem Rad zu umrunden ist eine super Leistung. In ganz Europa gibt es mittlerweile super schicke CO2 neutrale Hotels (wie zum Beispiel das Berghotel Rehlegg, das Hotel Strandkind oder das Feuerstein Nature Family Resort) und ja, sogar Skiurlaub kann nachhaltig sein. Auf meinem Reiseblog habe ich übrigens auch einige Tipps zum Thema “nachhaltig Reisen”.

Ich möchte euch die Fernreisen nicht vermiesen – Flugverkehr Klimawandel

Der Flugverkehr ist mit etwa 2% maßgeblich für den Klimawandel verantwortlich. Noch schlägt allerdings die Fleischproduktion zu buche. Ihr dürft also auch weiterhin fleißig Fernreisen buchen und CO2 in die Luft puste. Ich werde auch ganz sicher noch die ein oder andere Fernreise unternehmen und auch innerhalb von Europa in den Flieger steigen.

Ich möchte mit diesem Beitrag viel mehr aufzeigen, dass Fernreisen ein riesengroßes Privileg sind und nicht etwas, was man einfach konsumiert, weil einem gerade kalt ist, der Winter ungemütlich erscheint oder die Flüge gerade günstig sind. Das Fliegen richtet Schaden an. Und ich finde, es immer ganz furchtbar durch meine Facebook oder Instagram Timeline zu scrollen und zu lesen, wie Leute mit ihren Langstreckenflügen prahlen. Hier würde mir auch von Bloggern und Influencern etwas mehr #Flugscham wünschen. Klar, kann man Werbung für tolle Reiseziele machen, aber WERBUNG FÜR DEN CO2 AUSSTOß UND DIE UMWELTVERSCHMUTZUNG?? – Das muss nicht sein. Das Reisen sollte doch etwas besonderes sein. Etwas was man gut plant und mit Herz und Seele genießt. Und nicht etwas selbstverständliches. Man sollte nich nur mal schnell ans andere Ende der Welt fliegen, um die touristischen Trampelpfade abzuklappern, um auch mal dort gewesen zu sein, wo schon gefühlt alle waren.

Weil jeder nicht geflogene Flug zählt genau so wie jedes nicht gegessene Schnitzel.

Jeder von uns denkt wahrscheinlich sowas wie: “Der Flieger fliegt auch ohne mich” oder “ein Langstreckenflug im Jahr macht den Kohl auch nicht fett”. Doch das stimmt nicht! Jeder nicht gebuchte Flug zählt. Wir sind nicht aus Luft und wiegen zusammen mit unserem Gepäck ein wenig. Jedes Kilogramm mehr im Flieger sorgt für einen höheren CO2 Ausstoß. Und außerdem macht die Nachfrage das Angebot. Wenn wir weniger fliegen, werden die Airlines ihr Flugangebot allmählich reduzieren. Und irgendwann wird die Luftfahrt hoffentlich grün und die aktuellen Stinker werden durch batteriebetriebene Flugzeuge getauscht. Das hoffe ich zumindest.

Ein sehr gutes Beispiel dafür, dass es was bringt, wenn du und ich auf einen oder zwei Langstreckenflüge verzichten, ist die #flygskam Bewegung.

Doch Fliegen ist nicht das Einzige, was wir sparsam konsumieren sollten. Auch der Verzehr von tierischen Produkten ist sehr schädlich für das Klima und sollte mit Bedacht geschehen. Das schützt nicht nur das Klima, sondern steigert das Wohlbefinden und ist gut für die Gesundheit.

Flugverkehr Klimawandel – Kennst du schon die #Flygskam Bewegung aus Schweden?

#flygskam – in Deutschland ist es als #flugscham bekannt, veranlasst Tausende von Menschen in ganz Europa dazu, sich in sozialen Medien und Online-Petitionen zu verpflichten, nicht unnötig zu fliegen oder ein Jahr eine Flugpause einzulegen. Losgelöst wurde die ganze Debatte durch den ehemaligen Biathlet und Olympiasieger Björn Ferry. Er kündigte an, nur noch im Zug als Kommentator zu Sportveranstaltungen zu fahren. #flygskam fand viele Nachahmer und das hat inzwischen Folgen.

In Schweden wurden 50% mehr Zugtickets verkauft. Auf einigen Strecken sogar um 100%. Die Flugbuchungen sind um drei Prozent gesunken. Das hat dazu geführt, dass die Fluggesellschaft SAS sich ernsthaft Gedanken um ihr Business Model macht, weil immer mehr Menschen sich entschließen nicht zu fliegen. Was hoffentlich leichte Auswirkungen auf den Klimawandel durch das Fliegen hat.

Das ist doch mal super genial, oder etwa nicht? Nur schade, dass der #Flugscham uns deutsche noch nicht erreicht hat und viele große Influencer ihren Followern versuchen klar zu machen, dass so ein Langstreckenflug doch gar nicht so schlimm ist mit der Ausrede, dass es doch größere Probleme auf dieser Welt gibt. Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich als Reiseblogger bin auch kein besonders gutes Vorbild.

Ich bin eine Umweltsau

Ja, ich gebe es zu. Ich trage keinen Heiligenschein und bin, was das Fliegen anbelangt, auch mit wenigen Langstreckenflügen genau so eine Umweltsau, wie vermutlich wir alle hier. Auch wenn wir Elektroauto fahren und so oft es geht, ob in Norwegen oder Deutschland mit der Bahn unterwegs sind, habe ich trotzdem viele Flüge auf dem Gewissen, was meine zahlreichen Blogeinträge über unsere Reisen in Europa und der Welt auf meinem Reiseblog beweisen.

Auf Fernreisen konnte auch nicht immer verzichten und bin somit für den Klimawandel durch das Fliegen mit verantwortlich. Ich habe in der Vergangenheit so gut es geht darauf geachtet, dass sich der lange Flug für uns wirklich lohnt. Somit sind wir immer lange vor Ort geblieben und sind langsam gereist.

Insgesamt bin ich vier Mal in meinem Leben langstrecke geflogen. Wir waren drei Monate in Asien, im Jahr fast einen Monat in Sri Lanka unterwegs, drei Wochen in Kolumbien und mit zwei Wochen war Mexiko unsere kürzeste Fernreise.

Unsere Asienreise im Jahr 2012 hat über drei Monate gedauert. Wir sind während der Zeit ein paar Mal Kurzstrecke geflogen und viel mit dem Zug gereist.

Innerhalb von Europa bin ich allerdings öfters Mal in den Flieger gestiegen. Wie oft? Das weiß ich gar nicht. Doch bei jedem meiner Flüge fliegt mein schlechtes Gewissen mit. Darum habe ich auch meinen “Kurzstreckenflugkonsum” reduziert. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum ich beschlossen haben weniger zu reisen.

Wenn dein Flieger mal nicht kommt oder sich verspätet, dann findest du hier einen Flugrechte Portal Vergleicht und erfährst, bei welchem Anbieter du die höchste Entschädigung bei Flugverspätung bekommst.

3 Antworten

  1. Roli Heinzer

    Hört doch mal auf mit dem Scheiss, die Fliegerei ist für 2-4% der CO2 Emissionen verantwortlich. Allein Internet und Streaming Video sind für ca. 6% verantwortlich, STEIGEND. Da sucht jemsnd einen Sündenbock. Und by the way 75% der Menscheit kochen mit fossilen Brennstoffen und der grösste Teil heizt und fährt und kühlt fossil.
    Zuerst alle Heizungen sanieren Häuser isolieren Autos Verbrauch halbieren dann ist die Erde gerettet. DAS HÖRT NIEMAND GERN. CO2 MUSS GELD KOSTEN, dann wird sich alles schnell verbessern.

  2. Knut Stinn

    Hallo Vielflieger, das ist doch die typische Reaktion, die dazu führt, dass sich nie etwas ändert. Jeder zeigt erst einmal mit dem ausgestreckten Zeigefinger auf die Anderen. Weiter so!?!? Vielleicht wäre der sinnvollere Ansatz, dass einfach jeder mal bei sich selbst anfängt und darüber nachdenkt, auf welchem Sektor auch immer, er selbst etwas zur Emissionsreduzierung beitragen kann. Wie heißt es doch so schön: auch Kleinvieh macht Mist. In diesem Sinne guten Flug!

  3. Monika K

    Hallo…Bei sich selber anfangen ist es immer richtig, so ist meine Meinung. Deshalb werde ich weniger Autofahren und Fliegen. Doch etwas möchte ich hier noch loswerden. Warum lassen wir zu, dass 600 riesige Containerschiffe, die mit Rohöl fahren, soviel Dreck hinterlassen wie ALLE Dieselfahrzeuge auf der Erde. Dazu der Boom der Kreuzfahrtschiffe. Für mich heißt das mehr regionale Produkte, insgesamt weniger Konsum und garantiert keine AIDA & Co. Herzlich Monika

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